Senegals Präsident Faye besucht Deutschland: Wirtschaft und Migration im Zentrum der Gespräche

Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye reist zu seinem Antrittsbesuch nach Deutschland und wird dort unter anderem  von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen. Der Aufenthalt ist vom 21. bis 23. Juni geplant.

Der deutsche Botschafter im Senegal, KaiBaldow, bezeichnete die Reise in einem Interview mit dem senegalesischen Fernsehsender TFM als „ein sehr starkes Zeichen“ für die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Der Besuch zeige, dass Deutschland und Senegal eine besonders intensive Partnerschaft verbinde.

Der Präsident will sich am 22. Juni auch an einem senegalesisch-deutschen Wirtschaftsforum in Berlin beteiligen. Dazu werden Unternehmen aus beiden Ländern erwartet. Die Teilnahme Fayes soll der Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der senegalesischen Privatwirtschaft zusätzliches politisches Gewicht verleihen. Auch eine Begegnung mit Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan ist geplant.

Beide Regierungen haben den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu einer Priorität erklärt, sagte Baldow. In Senegal gebe es erhebliches Potenzial für deutsche Unternehmen. Der Botschafter verwies auf die junge Bevölkerung, eine wachsende Mittelschicht und geplante Infrastrukturvorhaben.

Senegal versteht sich zugleich als Zugang zum westafrikanischen Markt. Das Land gehört der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS an und wirbt mit seiner Lage an der Atlantikküste sowie seiner politischen und wirtschaftlichen Rolle in der Region. Zudem gibt es in Afrika eine Zollunion, die den Export von senegalesischen Güter zollfrei in ganz Afrika erlaubt. Eine Zollfreiheit gibt es weiterhin für den Export nach China.

Der deutsche Botschafter verwies weiterhin auf das vom senegalesischen Parlament verabschiedete Investitionsgesetz. Transparente und verlässliche Bedingungen seien für deutsche Unternehmen eine zentrale Voraussetzung für Investitionen.

Auch Migration soll bei den deutsch-senegalesischen Beziehungen eine Rolle spielen. Baldow unterschied dabei zwischen irregulärer Einwanderung und legalen Wegen zur Beschäftigung oder Ausbildung in Deutschland.

Europäische Staaten müssten irreguläre Migration wirksam kontrollieren. Zugleich benötige die deutsche Wirtschaft junge und qualifizierte Arbeitskräfte, erklärte der Botschafter. Deshalb seien in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten für eine legale Einreise geschaffen worden.

Das eine legale Einreise aber oft schon an den finanziellen Möglichkeiten senegalesischer Fachkräfte scheitert, verschwieg der Botschafter. Außerdem leiden gerade afrikanische Menschen unter der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Überall im Senegal trifft man auf perfekt deutsch sprechende Afrikaner, die enttäuscht nach einigen Jahren in Deutschland in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

„In Deutschland reicht das Geld kaum zum Leben und wenn man dann noch überall, im Betrieb und im Privatleben auf offene Ablehnung stößt, geht man eben irgendwann wieder zurück“, so ein Mann in Abene zum Senegalexpress. Er begrüßt jetzt lieber deutsche Gäste in seiner Pension.

Joachim Abel

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