Wer heute von Dakar oder einfach vom Norden des Senegal in den Süde, der Casamance will, hat eigentlich nur eine Wahl, vor allem wenn er Güter transportiert: er muss die Nationalstraße 4 (N4) benutzen.
Dabei muss er nicht nur schlechte Straßen benutzen sondern auch zwei Brücken, über den Gambia und über den Casamance. Und hier liegt das Problem: die Brücke über den Casamance kann jederzeit in sich zusammenbrechen. Überall bröckelt der Beton, das Eisen liegt frei und rostet. Seit Jahren wurde an der Brücke nichts mehr repariert, Geländer fehlen genauso wie jede Art von Sicherheit.
Diese Brücke darf nicht einfach als eine weitere zu reparierende Straße im Senegal behandelt werden: Ihre Sicherheit betrifft Tausende von Nutzern. Sie trifft die Hauptverbindung von Nord nach Süd. Wobei sich der Süden zunehmend politisch und wirtschaftlich vom Norden abgehängt fühlt. Wenn diese Brücke fällt, ist die Casamance vom Norden, sprich vom Senegal abgetrennt. Dann gibt des nur noch die ebenfalls marode Fähre von Dakar nach Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance. Dann verliert aber auch die Regierung ihren Einfluss auf diesen Landesteil, der sich dann den Nachbarn Gambia und Guinea-Bissau zuwenden wird. Was die Freiheitskämpfer in vielen Jahren nicht schafften. schafft dann der Fall einer Brücke.
Eine Sanierung der Brücke erfordert derweil fundiertes technisches Fachwissen, sofortige Sicherheitsmaßnahmen und vor allem eine dauerhafte Lösung. Am Besten wäre eine komplett neue Brücke. Ziguinchor und die Casamance verdienen eine moderne, sichere Brücke, die ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gerecht wird.
Joachim Abel