Ghana entwickelt sich zu einer führenden Stimme im globalen Einsatz für Reparationen für den transatlantischen Sklavenhandel und fordert Entschuldigungen, Schuldenerleichterungen, Entschädigungen und Investitionen in afrikanisch betroffenen Gemeinden.
Das Land führte eine UN-Resolution an, die die Sklaverei als „das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ anerkannte. Sie veranstaltete einen Reparationsgipfel, an dem Vertreter von etwa 80 Ländern teilnahmen. Die Regierung Ghanas fordert Entschädigungen zur Unterstützung von Bildung, Unternehmertum, Forschung und Schuldenerleichterung. Die Debatte erkennt jedoch auch die afrikanische Beteiligung am Handel an, wobei sich die Ga Mantse für die Rolle seiner Vorfahren entschuldigen. Ghanas Versuch, sich durch Kulturtourismus wieder mit der afrikanischen Diaspora zu verbinden, wurde ebenfalls kritisiert, da befürchtet wurde, dass Kommerzialisierung und steigende Kosten das tiefere Bedürfnis nach Heilung und authentischer Wiedergutmachung überdecken.
Obwohl die Sklaven überwiegend nach Nord- und Mittelamerika kamen, organisiert und durchgeführt wurde der Sklavenhandel von europäischen Staaten und Handelsorganisationen.
Von 1519 bis 1867 wurden über 11 Mio. Menschen versklavt und nach Amerika verbracht. Unter ihnen die meisten aus Senegal, Gambia, Guinea-Bissau und Guinea. Die „Sklaveninsel“ Goree vor Dakar ist heute ein Zeugnis dieser grausamen Zeit.
Joachim Abel