Mali: Bergbau-Souveränität mit Militärgewalt – 514 Milliarden an Wagner gezahlt

Die malische Junta schickte russische Wagner-Soldaten per Hubschrauber, um 3 Tonnen Gold in einer kanadischen Mine zu beschlagnahmen. Der CEO eines anderen Unternehmens wurde in seinem Büro in Bamako festgenommen. Ziel: Mehr Geld. Das alles nennt man wohl wirtschaftliche Souveränität.

Seit 2023 hat Assimi Goïta einen neuen Bergbaukodex eingeführt. Der Staatsanteil wurde bei neuen Minen von 20 auf 35 % erhöht. Alle bestehenden Verträge wurden zwangsweise neu verhandelt. Unternehmen, die sich weigern, sehen ihren CEO festgenommen oder ihre Goldbestände beschlagnahmt.

Die Ergebnisse in Zahlen: Die Bergbau-Einnahmen, die an den Staatshaushalt fließen, stiegen von 547 Milliarden FCFA im Jahr 2023 auf 835 Milliarden im Jahr 2024 und dann auf 888 Milliarden im Jahr 2025. Ein Anstieg von über 60 % in zwei Jahren.

Barrick Gold zahlte 430 Millionen Dollar und bekam seine Mine nach zwei Jahren Streit zurück. Resolute Mining zahlte 160 Millionen Dollar nach der Festnahme ihres CEO. B2Gold, Allied Gold, Robex – alle haben neu verhandelt.

Die Frage, die offiziell niemand stellt. Wohin geht dieses Geld? Ende 2021 kommt Wagner mit seinen Soldaten nach Mali und übernimmt hier Quasi die Macht. Die Militärjunta hat nicht viel zu sagen. Wie von Reuters dokumentiert und von Africom bestätigt bekommt Wagner 10 Millionen Dollar pro Monat. Bar. Direkt von der Militärjunta.

Von Ende 2021 bis Ende 2025 hat die Sicherheitskooperation mit Wagner und später Africa Corps Mali etwa 900 Millionen Dollar gekostet, laut einer Untersuchung von Jeune Afrique. Also 514 Milliarden CFA-Franc. Zum Vergleich: 514 Milliarden CFA-Franc sind mehr als das gesamte jährliche Budget des malischen Bildungswesens. Es ist dreimal so hoch wie das Gesundheitsbudget. Es ist fünfmal so hoch wie das Infrastruktur-Budget. Die Junta präsentierte den Abzug von Barkhane als Souveränitätssieg. Sie ersetzte 5.000 französische Soldaten, die von Paris finanziert wurden, durch russische Söldner zu 10 Millionen Dollar pro Monat, finanziert von der Militärjunta.

Was die Junta in den Bergwerken nachverhandelt hat, nützt den also Maliern nicht. Es dient ausschließlich dazu, Wagners AKA Africa Corps zu bezahlen. Die Hubschrauber, die den Kanadiern das Gold wegnehmen, und die Hubschrauber, die Wagner nach Mali bringen, kosten dasselbe Budget.

Malis Militärjunta hat sich den Russen verkauft. Die Bevölkerung muss dafür bluten. Und militärisch hat Wagner dem Land wenig geholfen. Noch nie waren die Terroristen so stark wie heute.

Joachim Abel

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