Deutschland hat gerade ein russisches Kulturzentrum in Berlin geschlossen, Es war ein Zentrum russischer Spionage und Einflussnahme, mit Kulturaustausch hatte das Zentrum nur wenig zu tun. Jetzt versucht Russland seine Präsenz in Afrika durch die sogenannten „Russischen Häuser“ zu verstärken, die offiziell als Räume für kulturelle Zusammenarbeit, Bildung und Austausch dargestellt werden.
Aber auch für Senegal stellt sich eine wichtige Frage: Handelt es sich wirklich nur um Kultur, oder versucht Moskau, ein dauerhaftes Einflussnetz innerhalb der senegalesischen Gesellschaft aufzubauen?
Durch Stipendien, Studien und Universitätsaustausch kann Russland einen wichtigen Teil der afrikanischen Jugend erreichen. Ausbildungsprogramme und Kooperationen mit Journalisten können ebenfalls dazu beitragen, Geschichten und Positionen zu verbreiten, die Moskau zugutekommen, was Fragen über den Einfluss ausländischer Mächte auf die senegalesische Medienlandschaft aufwirft.
Zusammenarbeit ist das eine, Abhängigkeit das andere.
Denn die Kultur ist für Russland nur das Einfallstor, später kommen dann die Soldaten wie in Mali, Burkina- Faso und Niger.
Joachim Abel