Die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) hat einen Rahmen verabschiedet, der darauf abzielt, die Organisation, Vertretung und den regionalen Einfluss von Tourismusverbänden im gesamten Subgebiet zu stärken.
Der Rahmen bietet Richtlinien für die Anerkennung und Akkreditierung regionaler Wirtschaftsverbände (RBAs) mit dem Ziel, Transparenz, Rechenschaftspflicht, stärkere institutionelle Governance und eine tiefere regionale Integration im Tourismussektor zu fördern.
Sie wurde auf einer regionalen Konsultationssitzung der Konföderation der Tourismusverbände Westafrikas (COPITOUR) am 30. Juli 2026 in Abuja angenommen, an der Tourismusakteure aus der gesamten Subregion teilnahmen.
Das Treffen brachte Vertreter aus Nigeria, Benin, Ghana, Liberia, Sierra Leone, Gambia, Senegal, Togo und der Elfenbeinküste sowie Entwicklungspartner wie die Europäische Union (EU) und die Deutsche Agentur für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen.
Zum Rahmen sagte Chief John Umoren vom ECOWAS Business and Enterprise Desk, dass stärkere institutionelle Strukturen notwendig seien, damit Tourismusverbände effektiver zur regionalen Entwicklung beitragen können.
Er sagte, der Rahmen werde einen Fahrplan zur Stärkung regionaler Wirtschaftsverbände bieten und deren Glaubwürdigkeit, Governance und Nachhaltigkeit verbessern.
Umoren forderte zudem ein breiteres Verständnis des Tourismus und wies darauf hin, dass der Sektor über Hotels und Reisebüros hinaus Sport, Kultur und andere kreative Branchen einschließt.
Er forderte COPITOUR auf, neue Chancen unter dem Konzept „Sport als Geschäft“ zu erkunden und dessen Reichweite auf die gesamte Wertschöpfungskette des Tourismus auszuweiten.
Als Vertreterin der ECOWAS-Kommission bekräftigte die leitende Programmbeauftragte für Industrie- und Technologieentwicklung, Frau Anna Wadda, das Engagement der Kommission zur Stärkung der regionalen Wirtschaftsverbände als strategische Partner in der regionalen Integration.
Sie sagte, der Tourismus bleibe ein wichtiges Instrument zur Förderung von Frieden, kulturellem Verständnis, Beschäftigung, Investitionen und wirtschaftlichem Wohlstand in Westafrika.
Die Kommission hob außerdem die Verbindungen zwischen Tourismus und Verkehr, Gastgewerbe, Kultur, Kreativwirtschaft, Landwirtschaft, Handel, Investitionen und Technologie hervor.
Es forderte COPITOUR auf, sich als effektiver Partner des Privatsektors bei der Umsetzung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) und der ECOWAS-Regionaltourismuspolitik, ECOTOUR 2019-2029, zu positionieren.
Der Präsident von COPITOUR, Mamadou Racine SY, bezeichnete den Tourismus als das „Öl Afrikas“ und hob sein Potenzial hervor, Arbeitsplätze zu schaffen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und die regionale Zusammenarbeit zu stärken.
Er forderte stärkere öffentlich-private Partnerschaften, harmonisierte Tourismuspolitik und eine einheitliche regionale Marketingstrategie, um Westafrika als wettbewerbsfähiges Reiseziel zu positionieren.
Der Generaldirektor der Nigerian Tourism Development Authority (NTDA), Herr Awakan, betonte die Bedeutung einer ausgewogenen Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor zur Erschließung des touristischen Potenzials der Region.
Er sagte, eine nachhaltige Zusammenarbeit sei entscheidend, um Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen zu schaffen und das langfristige Wachstum in der Branche zu unterstützen.
Der nationale Präsident der Federation of Tourism Associations of Nigeria (FTAN), Dr. Badaki Aliyu, lobte ECOWAS, COPITOUR, die EU und GIZ für ihre Unterstützung bei der Förderung der Entwicklung des regionalen Tourismus.
Aliyu sagte, eine stärkere Zusammenarbeit mit regionalen Wirtschaftsverbänden würde dazu beitragen, Institutionen aufzubauen, die durch die Beteiligung des Privatsektors zur regionalen Integration beitragen könnten.
Als Vertreter der Europäischen Union bekräftigte Desmond Umukoro das Engagement des Blocks, die regionale Integration durch starke private Institutionen zu unterstützen.
Er sagte, erfolgreiche regionale Organisationen bräuchten die Beteiligung von Regierungen und organisierten Privatsektorgruppen, insbesondere in den Bereichen Handel, Investitionen und Innovation.
Die EU versprach außerdem weiterhin Unterstützung für Initiativen, die auf die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten, Kapazitätsaufbau, Ausbildung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Westafrika abzielen.
Ebenso betonte der GIZ-Vertreter Kelechi Okoro die Bedeutung der Beteiligung des Privatsektors an der Umsetzung von Tourismusprogrammen und wies darauf hin, dass das volle Potenzial des Sektors nicht allein vom öffentlichen Sektor erreicht werden könne.
Die Verabschiedung des Rahmens soll COPITOURS Beteiligung an den ECOWAS-Politikdiskussionen stärken, den Zugang zu regionalen Entwicklungsprogrammen verbessern und den Tourismusverbänden eine stärkere Stimme bei der Gestaltung der Politik in der Subregion geben.
Joachim Abel