Kann Afrika den finanziellen Motor für seine Industrialisierung aufbauen?

Afrikas Herausforderung der Industrialisierung besteht nicht in erster Linie in einem Mangel an Ideen, politischer Absicht oder unternehmerischer Energie, sondern in einer Einschränkung der Finanzarchitektur und des Kapitaleinsatzes. Die Fähigkeit des Kontinents, Fabriken, Infrastruktur und wertschöpfende Industrien zu bauen, ist durch Kosten, Struktur und Zugänglichkeit langfristiger Finanzierungen begrenzt. Solange die Kapitalmärkte nicht vertieft und besser an industrielle Zeitpläne angepasst sind, werden Afrikas Entwicklungsambitionen weiterhin schwer im großen Maßstab zu verwirklichen. In diesem Sinne ist Industrialisierung im Grunde ein Problem des Finanzsystems, bevor sie alles andere ist.

Kann Afrika endlich seine Industrialisierung finanzieren?

Seit Jahrzehnten wird Afrikas Entwicklungsagenda durch eine einheitliche Reihe von Zielen definiert: Industrialisierung, Fertigung, Wertschöpfung von Mineralien, lokale Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe, erweiterte Infrastruktur, zuverlässige Energiesysteme und großflächige Schaffung von Arbeitsplätzen für eine schnell wachsende Jugend.

Diese Ambitionen stehen außer Frage. Sie werden wiederholt in nationalen Plänen, regionalen Strategien und kontinentalen Rahmenwerken formuliert.

Zweifelhaft ist ihre Machbarkeit unter den aktuellen finanziellen Bedingungen.

Denn die bindende Einschränkung ist nicht ein Mangel an Ideen, politischer Absicht oder gar unternehmerischer Energie.

Sie ist die finanzielle Architektur, die notwendig ist, um strukturelle Transformationen in großem Maßstab zu finanzieren.

Industrialisierung ist ein Finanzierungsproblem, bevor sie alles andere ist

Joachim Abel

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