‚Bin ich hier sicher?‘ – Die Frage zwischen transgender Afrikanern und HIV-Versorgung

Das größte Hindernis für die Beendigung von AIDS unter Transgender-Personen in Afrika ist nicht der Mangel an Medikamenten, sondern Gesetze, Stigmatisierung und Ausgrenzung.

In ganz Subsahara-Afrika kollidieren Gesetze, die Homosexualität kriminalisieren, weiterhin mit den Zielen der öffentlichen Gesundheit, wodurch schwule und bisexuelle Männer sowie trans Personen im Allgemeinen in der HIV-Bekämpfung gefährlich unterversorgt sind. In mehr als zwei Dutzend Ländern werden einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin mit Geldstrafen, langen Haftstrafen oder in einigen Fällen mit der Todesstrafe bestraft. Es ist ein rechtliches Klima, das Menschen von Kliniken und Testdiensten fernhält.

Schwule und bisexuelle Männer haben weiterhin HIV-Prävalenzraten, die in vielen Ländern um ein Vielfaches höher sind als die Allgemeinbevölkerung. Transgender-Frauen gehören weiterhin zu den Bevölkerungsgruppen mit dem größten Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weltweit. Dennoch haben viele Regierungen nur langsam die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation für Schlüsselpopulationen vollständig umgesetzt, und die Länder in der Region geraten bereits bei dem ersten der UNAIDS-Ziele 95-95-95 hinterher: sicherzustellen, dass 95 % der mit HIV lebenden Menschen ihren Status kennen.

Doch für viele Transgender-Personen auf dem Kontinent beginnt die größte Hürde für HIV-Prävention und -Behandlung lange bevor sie eine Klinik erreichen.

Sie befinden sich an der Schnittstelle zweier Systeme, die sie allzu oft im Stich lässt: einer HIV-Reaktion, die noch ihren Bedürfnissen gerecht wird, und rechtlichen Rahmenbedingungen, die ihre Identität als verdächtig oder kriminell behandeln. Deshalb behandeln sie sich selbst. Sie vermeiden Nachsorgetermine. Sie stellen keine Fragen zu PrEP, Hormonen, sexuell übertragbaren Infektionen oder sexueller Gesundheit. Manche tauchen nur auf, wenn sie schon sehr krank sind.

Obwohl die HIV-Wissenschaft dramatisch Fortschritte gemacht hat – mit Präexpositionsprophylaxe (PrEP), wirksamen antiretroviralen Therapien und gemeinschaftlichen Testmodellen – der Zugang bleibt für Transgender-Personen äußerst ungleich.

Joachim Abel

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