Senegal hat nach zwei Jahren, in denen er darauf bestand, seine Schulden vollständig zurückzuzahlen, die Tür für Gespräche mit Gläubigern geöffnet, was einen Wandel markiert, da das Land ein neues Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds anstrebt.
Industrie- und Handelsminister Serigne Gueye Diop sagte, die Regierung sei bereit, ihre Schulden neu zu verhandeln, wenn dies der einzige Ausweg aus der Krise sei. Der Kommentar markierte einen Bruch mit Dakars bisheriger Position, alle Verpflichtungen ohne Umstrukturierung zu erfüllen.
Der Wechsel folgt auf den Austritt des ehemaligen Premierministers Ousmane Sonko, der sich gegen Schuldenverhandlungen mit dem IWF gelehnt hatte. Präsident Bassirou Diomaye Faye entließ ihn im Mai und bildete im Juni ein neues Kabinett, was den Weg für eine flexiblere Position ebnete. Sonko kontrolliert weiterhin das Parlament, was bedeutet, dass jede Vereinbarung mit Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen auf Widerstand stoßen könnte.
Die Schuldenkrise Senegals begann, nachdem die Regierung 2024 zuvor versteckte Verbindlichkeiten entdeckt hatte. Die Schuldenlast des Landes wurde von etwa 74 % des BIP auf fast 132 % erhöht, was den IWF dazu veranlasste, ein Programm in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar auszusetzen.
Jede Neuverhandlung könnte zwei Formen annehmen: Verlängerung der Rückzahlungsfristen oder Aufforderung von Gläubigern, Verluste zu akzeptieren. Senegal wird voraussichtlich die weichere Option wählen, um tiefere Marktschäden zu vermeiden. Doch Investoren preisen bereits das Risiko, wobei die Euroanleihen des Landes unter dem Nennwert gehandelt werden. Ein Abkommen mit dem IWF hängt davon ab, ob Dakar glaubwürdige Steuer-, Ausgaben- und Wachstumsprognosen vorlegen kann.
Wichtige Erkenntnisse
Der Wortwechsel von Senegal ist wichtig, weil er das wichtigste politische Hindernis für ein IWF-Abkommen beseitigt, aber die Krise nicht löst. Die Regierung muss noch entscheiden, welche Art von Schuldenbehandlung sie anstrebt und welche Gläubiger betroffen sein werden. Eine Verlängerung der Laufzeiten würde den jährlichen Rückzahlungsdruck verringern, ohne Investoren zu großen Verlusten zu zwingen. Ein harter Schnitt würde mehr Entlastung schaffen, könnte aber Senegals Marktzugang beeinträchtigen und Banken in der WAEMU-Region schaden, wenn CFA-Franc-Schulden einbezogen werden. Deshalb erwarten viele Analysten, dass Dakar die regionale Schulden schützt und die Restrukturierung auf Auslandsverpflichtungen konzentriert. Der IWF muss außerdem die Schulden als tragfähig beurteilen, bevor er wieder Kredite aufnehmen kann. Das bedeutet, dass Senegal das Vertrauen nach dem Skandal um versteckte Schulden durch bessere Fiskaldaten, stärkere Steuererhebung und strengere Haushaltskontrolle wiederherstellen muss. Für die Bürger ist der Kompromiss direkt. Schuldenerleichterungen könnten Geld für öffentliche Dienstleistungen freisetzen, aber der IWF wird wahrscheinlich höhere Einnahmen und Ausgabenbeschränkungen verlangen. Der nächste Test ist, ob die neue politische Linie in ein unterzeichnetes Programm umgewandelt wird.
Joachim Abel