Afrikanische Politikexperten und Diplomaten sagen, es sei an der Zeit, dass der Kontinent einen dauerhaften Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) sichert, und fordern dringende Reformen, um die sich wandelnden globalen geopolitischen Realitäten der heutigen Zeit widerzuspiegeln.
Der Aufruf wurde während eines Forums mit dem Titel „Sustaining the Momentum for UNSC Reform inmitten eines dynamischen globalen geopolitischen Kontexts“ gemacht, das Diplomaten und Experten mit Verbindungen zur Afrikanischen Union (AU) zusammenbrachte. Die Teilnehmer hoben Afrikas zentrale Rolle im internationalen Frieden und der Sicherheit hervor und wiesen darauf hin, dass der Kontinent in der ständigen Mitgliedschaft des Rates weiterhin unterrepräsentiert ist.
Berichte zeigen, dass die Zahl der Konflikte weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg auf beispiellose Höhen angestiegen ist, oft mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.
Von der Sahelzone bis zur Region der Großen Seen stehen afrikanische Länder weiterhin vor schweren humanitären und sozioökonomischen Herausforderungen.
Es stellt sich die Frage, ob der derzeitige UN-Rahmen, der weitgehend von den Machtverhältnissen nach dem Krieg geprägt ist, weiterhin zweckmäßig ist. Die Legitimität und Effektivität des Sicherheitsrats steht zunehmend unter Druck.
Die Reform des UNSC ist unerlässlich geworden, um sicherzustellen, dass Afrikas Stimme gehört wird und um internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren
Als die Vereinten Nationen 1945 gegründet wurden, waren nur wenige afrikanische Länder, darunter Äthiopien, Marokko und Liberia, Mitglieder.
Bis 1963, als die UN-Mitgliedschaft auf etwa 110 Länder anwuchs, entstanden Diskussionen über eine Vergrößerung des Sicherheitsrats. Obwohl die Zahl der nicht-permanenten Sitze von sechs auf zehn anstieg, wurden keine zusätzlichen festen Sitze geschaffen.
Afrika blieb zudem die einzige große regionale Gruppe ohne ständige Vertretung, obwohl sie etwa 60 Prozent der Arbeitsbelastung des UNSC in Friedens- und Sicherheitsfragen ausmacht.
Joachim Abel