Mit geschätzten Kosten von über 800 Millionen US-Dollar bzw. etwa 446 Milliarden CFA-Francs zielt die Initiative darauf ab, eine schiffbare Handelsader mit Flusshäfen, ausgebaggerten Kanälen und modernen Logistikterminals zu schaffen.
Malis Wirtschaft ist durch seinen Binnenstatus stark eingeschränkt und ist auf den Straßenverkehr für Exporte wie Baumwolle, Gold und landwirtschaftliche Güter angewiesen. Die Eisenbahnverbindung zwischen Malis Hauptstadt Barmako und Senegals Haupt- und Hafenstadt Dakar ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Hohe Transportkosten, Sicherheitsrisiken und Verzögerungen belasten den LKW-Transport und damit die Wettbewerbsfähigkeit Malis.
Vorläufige Studien legen nahe, dass der Flusstransport die Logistikkosten um bis zu 60 % senken könnte, was die Exportmargen verbessern und Malis Handelsbilanz stärken könnte. Der Korridor würde zudem einen reibungsloseren Import von Treibstoff, landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Konsumgütern ermöglichen, was dazu beitragen könnte, die Inlandspreise zu stabilisieren.
Aber es bleiben erhebliche Herausforderungen, darunter die Sicherung der Finanzierung, die Gewährleistung der Transparenz der Verwaltung und die Instandhaltung der Flussinfrastruktur. Technische Hürden umfassen saisonale Schwankungen des Wasserstands, regelmäßige Baggeranforderungen und Sicherheit auf der gesamten Strecke.
Über die Logistik hinaus hat der Korridor strategische Bedeutung. Wenn er effektiv umgesetzt wird, könnte der Senegal-Flusskorridor die Handelsdynamik in Westafrika grundlegend verändern und Mali ein transformatives Tor zu den globalen Märkten der Sahelzone bieten.