Mehr als 4.000 leere Schiffscontainer sind in Mali gestrandet, da die Unsicherheit auf der Haupthandelsroute nach Senegal den Transport zu gefährlich macht und Befürchtungen vor Lieferstörungen und höheren Preisen in einem Land, in dem die meisten Importe über den Hafen von Dakar laufen, verstärkt.
Der malische Versenderrat, ein Gremium des malischen Verkehrsministeriums, erklärte diese Woche, dass die Situation zu einem großen Problem für nationale und regionale Lieferketten geworden sei. Es wurde gewarnt, dass leere Container im Hafen von Dakar gefährlich knapp werden, was die Versorgung Malis bedroht und malische Unternehmen unter Druck setzt.
Die meisten Container sind im Besitz der Schifffahrtsriesen MSC und Hapag-Lloyd. Es ist unklar, wie lange die Container bereits in Mali blockiert sind.
Route zu gefährlich
„Wir können keinen Transporter finden, der bereit ist, die Reise anzutreten“, sagte der Geschäftsinhaber einer Transportfirma – und verwies auf einen Anstieg der dschihadistischen Angriffe in den letzten Monaten in der Kayes-Region nahe der senegalesischen Grenze.
Das Risiko, so sagte er, sei am vergangenen Donnerstag brutal deutlich geworden, als mindestens ein Dutzend Lkw-Fahrer getötet wurden, nachdem ihr Konvoi trotz eskortierter Armee in einen Hinterhalt geraten war. „Du kannst die Leute nicht zwingen, dieses Risiko einzugehen.“
Er fügte hinzu, dass leere Container auf Rückfahrten nicht begleitet werden, und warnte vor der Gefahr durch selbstgebaute Minen und den sehr schlechten Zustand der Straße, die Lastwagen dazu zwingt, langsam zu fahren und sie länger ungeschützt zurücklässt.
Ein weiterer malischer Geschäftsinhaber sagte, auch Lastwagen seien wegen Treibstoffknappheit in der Hauptstadt Bamako festgefahren.
Die Störung steht im Zusammenhang mit der Dschihadistengruppe JNIM, die weiterhin die Versorgung mit Benzin und Diesel stark stört.
Zollverzögerungen
„Container können mehrere Tage warten, bevor sie vom LKW genommen werden können, dann aber auch mehrere Wochen oder sogar Monate, bis alle Formalitäten beim Zoll abgeschlossen sind“, sagte einer und spielte dabei auch auf Korruptionsprobleme hin.
Unterdessen leiden auch die Reedereien. Der Preis für einen neuen Container liegt bei etwa 5.000 € – 4.000 Container ergeben also einen Ausrüstungswert von etwa 20 Millionen Euro.
Die Logistikkosten werden auf die Verbraucher abgewälzt, die Gefahr laufen, die Kosten nicht mehr stemmen zu können. Denn immerhin fast 70 Prozent der malischen Importe laufen über den Hafen von Dakar.
Vor dem bevorstehenden Ramadan haben Malis Militärbehörden wiederholt erklärt, dass sie daran arbeiten, die Versorgung zu sichern und Preiserhöhungen zu bekämpfen.
Probleme immer wieder!
Die aktuelle Blockade kommt nur wenige Monate nachdem es die Probleme in die entgegengesetzte Richtung gab. Im November lagen volle Container im Hafen von Dakar fest und warteten darauf, über die erlaubte Lagerfrist hinaus nach Mali transportiert zu werden.
Mali übernahm später die vollständige Bezahlung der Lagerstrafen für malische Unternehmen und erhielt eine dreimonatige Frist zur Räumung der Container. Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 2.000 Container im Hafen blockiert.
Der Verkehrsminister der malischen Militärregierung, Dembélé Madina Sissoko, reiste nach Dakar, um die Probleme zu lösen. Laut den malischen Behörden warten derzeit nur noch 304 Container im Hafen.
Vor drei Monaten setzten die Reedereien CMA CGM und MSC die Lieferungen nach Mali kurzzeitig aus und führten Unsicherheit und Treibstoffmangel an. Die Maßnahmen wurden später nach Gesprächen mit den Übergangsbehörden Malis aufgehoben, obwohl die Einzelheiten dieser Verhandlungen nicht öffentlich gemacht wurden. Zurzeit sieht es aber so aus, als kommen mit Ausnahme von Treibstofflieferungen, wieder keine Waren in Mali an.
Henriqueta Inacio Da Silva