Dem Senegal drohen schwere Schuldengespräche mit dem IWF und anderen Gläubigern

Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Bassirou Diomaye Faye die Steuern erhöht, Ausgaben gekürzt und die Pläne zur Schaffung von Arbeitsplätzen zurückgefahren, nachdem er entdeckt hatte, dass die vorherige Regierung Milliarden von Dollar Schulden nicht offengelegt hatte.

Der öffentliche Druck ist so gewachsen. Unter anderem sind Lehrer  wegen der Bezahlung in den Streik gegangen, und Studenten haben gegen verspätete Stipendienzahlungen protestiert. Die Lebenshaltungskosten bleiben hoch, und der fiskalische Spielraum ist begrenzt.

Ein Team des Internationalen Währungsfonds soll nächste Woche in Senegal sein, um Gespräche zu führen, wie die nächsten Schritte des Landes aussehen könnten. Die Regierung sucht neue Finanzierungen, um eine Schuldenkrise zu vermeiden. Finanzminister Cheikh Diba geht davon aus, dass bald eine Einigung erzielt werden könnte, obwohl der Zeitpunkt ungewiss ist.

Premierminister Ousmane Sonko hat zum jetzigen Zeitpunkt eine Schuldenrestrukturierung ausgeschlossen. Diese Haltung wird aber im März überprüft, wenn etwa 1,3 Milliarden US-Dollar an Zinszahlungen fällig werden.

Die fiskalische Lage Senegals bleibt fragil, mit begrenztem Spielraum, um Probleme abzufedern, da die Schuldenkosten steigen.
Der IWF-Besuch ist ein entscheidender Moment. Jede Vereinbarung wird voraussichtlich strengere Kontrollen bei Ausgaben und Einnahmen beinhalten, die den kurzfristigen Druck auf Haushalte erhöhen könnten. Die Weigerung, eine Umstrukturierung in Betracht zu ziehen, schränkt die politischen Optionen zusätzlich ein.
Die öffentliche Meinung ist gemischt. Der nationale Stolz auf den Erfolg des Teams beim Afrika-Cup steht im Gegensatz zur Frustration über die wirtschaftliche und soziale Lage im Land. Der zum Sieg ausgerufene öffentliche Feiertag mag die Moral heben, ändert aber nichts an der zugrundeliegenden Herausforderung, das Vertrauen in die Staatsfinanzen wiederherzustellen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Senegal externe Unterstützung ohne tiefere Kürzungen oder eine Verschiebung der Schuldenpolitik sichern kann.
Joachim Abel

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