Meine Reise durch die Casamance – Teil 3

Zurzeit bin ich in Abene, an der Atlantikküste nicht weit von der Grenze zu Gambia entfernt. Zuvor war ich in Cap Skirring. Zwei Beispiele, wie Tourismus nicht unterschiedlicher sein kann.

In Cap Skirring dominieren heute große Hotels, besonders das Clubmed den Tourismus, mit All Inklusiv Angeboten. Das heißt, viele Gäste verlassen das Hotel während Ihres gesamten Aufenthalts nicht. Es gibt zwar geführte Touren ins Hinterland, aber individuelle Besuche des Ortes, Einkaufen oder Restaurantbesuche sind eher die Ausnahme. Mann hat alles in der Hotelanlage, incl. Supermarkt, Frisör usw.

Am Strand sieht man dann die Auswirkungen: kleine Hotels und Ferienanlagen, die nur Übernachtung und Frühstück angeboten haben, sind alle geschlossen. In den Restaurants am Strand: gähnende Leere. Bei den vielen Souvenirverkäufern: Tote Hose. Dabei kann man in den Restaurants für wenig Geld supergut essen und es gibt die Möglichkeit sich Kleider, Hosen Hemden usw. günstig nähen zu lassen. Nicht Made in China, wie in den großen Hotels, sondern Made vor Ort mit original senegalesischen Stoffen, oft selbst gefärbt. Man kann sogar zusehen, wie die eigene Kleidung genäht wird.

Das Problem: den großen Hotels geht es gut, die Gästeauslastungen sind nach deren Aussagen konstant, die einheimische Bevölkerung geht dabei leer aus. Keine Jobs im Tourismus mehr, weder in den großen Hotels noch in den wenigen verbliebenen Restaurants und Läden.

Dagegen Abene: Auch hier gibt es Hotels, sie sind aber nicht so groß. Und man kann nach wie vor in günstigen Resorts übernachten. Oft in kleinen Häusern, die afrikanischen Rundhütten nachempfunden wurden. Essen kann man im Resort oder in einem der zahlreichen Restaurants. Die Übernachtung und das Essen ist günstig und die Resorts gehören oft Einheimischen oder werden von Ihnen betrieben. So bleibt das Geld in Abene und nicht in den Kassen großer Hotelketten aus dem Ausland.

Wer den Senegal kennenlernen möchte sollte individuell reisen. Man kommt so schnell mit der Bevölkerung ins Gespräch. Also, wir sehen uns!

Joachim Abel

 

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