Senegal macht einen strategischen Schritt in seiner Energiepolitik mit dem Start am 20. April 2026 der Arbeiten an einer Batteriespeicheranlage (BESS) in Diass, in der Region Thiès, nahe dem internationalen Flughafen Blaise Diagne. Unterstützt durch das bestehende Solarkraftwerk zielt diese Infrastruktur darauf ab, das nationale Stromnetz zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Geleitet von Senelec und Unterstützung der französischen Entwicklungsagentur basiert das Projekt auf einem einfachen, aber entscheidenden technologischen Prinzip: den tagsüber erzeugten Strom zu speichern und ihn bei wenig Sonnenlicht freizusetzen. Dank einer Kapazität von 56 MW / 56 MWh kann das System Netzschwankungen in weniger als 250 Millisekunden absorbieren und so das Risiko von Stromausfall erheblich verringern.
Diese Infrastruktur ist eine Premiere im Rahmen der Partnerschaft für eine gerechte Energiewandel, einem Mechanismus, der zwischen Senegal und seinen internationalen Partnern geschlossen wurde, um die Dekarbonisierung des Energiemixes zu beschleunigen. Sie ist Teil einer umfassenderen Strategie, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 von derzeit etwa 30 % auf 40 % zu erhöhen.
Während der Eröffnungszeremonie, die von Mamané Djitté, Stabschefin des Ministers für Energie, Erdöl und Bergbau, geleitet wurde, bekräftigten mehrere technische und finanzielle Partner ihr Engagement. Das Projekt profitiert von einer Gesamtfinanzierung von 36 Millionen Euro, darunter 28 Millionen Euro in Form eines Zuschusses aus Deutschland über KfW und 8 Millionen Euro an staatlichen Darlehen, die Frankreich über die AFD unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union vergeben hat.
Über seine technische Dimension hinaus gilt das BESS-Kraftwerk in Diass als Hebel für Energiesouveränität. Es wird die Nutzung lokaler Ressourcen optimieren, die Abhängigkeit von importierten Kohlenwasserstoffen verringern und die Servicequalität für Nutzer verbessern. Das erklärte Ziel der Regierung bleibt der universelle Zugang zu zuverlässigem und wettbewerbsfähigem Strom bis 2029.
Dieses Projekt ist auch Teil des Smartgrid-Programms, das 2018 gestartet wurde und darauf abzielt, die Stromübertragungs- und Verteilungsinfrastruktur zu modernisieren. Die Arbeiten, die für 12 Monate geplant sind, sollen im März 2027 abgeschlossen sein, dem für die Inbetriebnahme dieser Anlage angekündigten Datum, die voraussichtlich die Widerstandsfähigkeit des senegalesischen Stromsystems nachhaltig stärken soll.
Joachim Abel