Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye unterzeichnete das neue Gesetz, nachdem Anfang dieses Monats das Parlament es mit überwältigender Mehrheit verabschiedet hatte. Sie bestraft auch diejenigen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen „fördern“ oder finanzieren, sowie falsche Anschuldigungen.
Mehrere Menschenrechtsgruppen hatten Bedenken bezüglich des Gesetzes geäußert und unter anderem gewarnt, dass es Menschen, die durch Krankheiten wie HIV/AIDS gefährdet sind, davon abhalten würde, Hilfe zu suchen.
Was beinhaltet das neue LGBTQ-Gesetzespaket?
Das neue Gesetz setzt eine Reihe neuer Gesetze und Änderungen bestehender Gesetze und Strafen um, darunter die folgenden:
- „Handlungen gegen die Natur“, ein Begriff für gleichgeschlechtliche Beziehungen, werden nun mit 5 bis 10 Jahren Gefängnis bestraft werden, statt wie derzeit mit 1 bis 5 Jahren
- Das gleiche Gesetz bringt nun auch stark erhöhte potenzielle Geldstrafen von 2 bis 10 Millionen senegalesischen Francs (etwa 3.500 bis 17.600 US-Dollar), verglichen mit zuvor 100.000 bis 1,5 Millionen
- Premierminister Ousmane Sonko sagte, die Höchststrafen würden gelten, wenn der Sex mit einem Minderjährigen stattfand
- Das Gesetz legt fest, dass ‚Handlungen gegen die Natur‘ sich auf Homosexualität, Bisexualität, ‚Transsexualität‘, Zoophilie und Nekrophilie beziehen
- Trotz der härteren Strafen stuft das Gesetz die Straftaten weiterhin als ‚Vergehen‘ statt als Verbrechen ein, was einem von Sonkos Wahlversprechen widerspricht
- Wer wegen „Förderung oder Finanzierung“ gleichgeschlechtlicher Beziehungen schuldig befunden wird, kann ebenfalls mit einer Haftstrafe von 3 bis 7 Jahren rechnen
- Das Gesetz beinhaltet außerdem mögliche Haftstrafen von 3 bis 7 Jahren für Personen, die befunden wurden, unbegründete Vorwürfe gleichgeschlechtlicher Beziehungen gegen jemanden erhoben zu haben
Dutzende afrikanische Länder haben Gesetze, die gleichgeschlechtliche Beziehungen verbieten und bestrafen. In Uganda, Mauretanien und Somalia kann die Todesstrafe drohen.
Die LGBTQ-Rechtegruppe ILGA World hatte Präsident Diomaye Faye gebeten, das Gesetz trotz des parlamentarischen Konsenses nicht zu unterzeichnen. Sie forderte ihn auf, „Respekt vor individueller Freiheit und der menschlichen Person“ zu wahren.
UNAIDS hingegen erklärte, sie sei „tief besorgt“ über das Gesetz und argumentierte, dass die Kriminalisierung nur dazu führt, dass Menschen sich von Gesundheitsdiensten abwenden, etwa von HIV-Beratungsstellen.
Mit diesen demagogischen Gesetzen werden immer mehr Staaten zu „unmenschlichen“ Staaten in denen das menschliche Leben nichts wert ist.
Joachim Abel