Gambias Präsident Barrow soll im Casamance-Konflikt handeln – Senegals Granaten landen in Gambia

Senegals Polizei und Armee geht in der Casamance in der Grenzregion zu Gambia zurzeit gegen die Drogenproduzenten vor, die dort im großen Stil Cannabis anbauen. Bei den Kämpfen soll es auch zu Übergriffen auf das Territorium Gambia gekommen sein. 

Mitglieder des Gambischen Parlaments fordern jetzt Präsident Barrow auf, die eskalierende grenzüberschreitende Gewalt aus der senegalischen Region Casamance zu stoppen, und warnt, dass Zivilisten in Grenzgemeinden vertrieben und Schüssen ausgesetzt sind.

Die jüngsten Zusammenstöße zwischen den senegalesischen Streitkräften und der Bewegung der Demokratischen Kräfte von Casamance sind „gefährlich eskaliert“, wobei die Folgen nun auf dem gambischen Gebiet spürbar seien.

Die Bewegung der Demokratischen Kräfte von Casamance (französisch: Mouvement des forces démocratiques de la Casamance, kurz MFDC) ist eine separatistische Organisation im Senegal, die seit 1982 für die Unabhängigkeit der südlichen Region Casamance kämpft. Der Konflikt gilt als einer der am längsten andauernden in Afrika.

Hintergrund und Ziele:
  • Ursprung: Die MFDC entstand aus Unzufriedenheit über die wirtschaftliche und politische Marginalisierung der Casamance durch die Zentralregierung in Dakar.
  • Ziele: Die Bewegung strebt die vollständige Unabhängigkeit der Region Casamance an, die geografisch durch Gambia vom Rest des Senegals getrennt ist.
  • Struktur: Die MFDC ist tief gespalten, besteht aus verschiedenen Fraktionen und verfügt über bewaffnete Einheiten, die sich in der Vergangenheit Kämpfe mit der senegalesischen Armee lieferten.
Konfliktverlauf und aktuelle Lage:
  • Gewalt: Über Jahrzehnte hinweg gab es bewaffnete Zusammenstöße, die zahlreiche Opfer unter Zivilisten und Militär forderten.
  • Friedensbemühungen: Trotz mehrfacher Waffenstillstände, wie 2014, flammte die Gewalt immer wieder auf.
  • Aktuelle Situation: Im Februar 2025 wurden Anstrengungen unternommen, einen jahrzehntelangen Konflikt durch Friedensabkommen zu beenden. Die Hoffnung auf Frieden in der Krisenregion war durch Verhandlungen eigentlich gestiegen.
Die Situation ist komplex, da die Region nicht nur Schauplatz des Konflikts ist, sondern auch für ihre Schönheit bekannt ist. Die Rolle der MFDC hat sich über die Jahre gewandelt, wobei interne Spaltungen und wechselnde Allianzen die Friedensprozesse erschwert haben.
Was am 12. März als bewaffneter Zusammenstoß begann kann sich zu einem langwierigen Konflikt an der Grenze zwischen Casamance und Gambia mit schwerwiegenden humanitären Folgen verschärfen. „Familien aus Gambia sind aus Angst aus ihren Häusern geflohen und suchen Zuflucht in benachbarten Gemeinden wie Sibanor, Tampoto und Kabocorr, während andere in Foni Kansala, darunter Dobong, Burock, Sangajor, Kurundulie und Jomokunda, aufgenommen wurden“, so Gibba, ein Politiker der Region. Bisher gab es in Gambia aber keine Opfer zu beklagen.

Henriqueta Inacio Da Silva

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