Terrorismus verwandelt die Sahelzone zu einer der tödlichsten Regionen der Welt

Der Global Terrorism Index 2026, zusammengestellt vom Institute for Economics and Peace, besagte, dass die Region drei Jahre in Folge die globalen Zahlen angeführt hat. Daten von ACLED, einer Gruppe, die Konflikte und Gewalt weltweit verfolgt, deuten ebenfalls auf hohe Gewaltausmaße in der Sahelzone hin. Jeder zweite durch Terrorismus gestorbene Mensch stammt aus dieser Region.

Das Epizentrum des Terrorismus hat sich vom Nahen Osten und Nordafrika in die Sahel-Region verlagert, die Todeszahlen haben sich in neun Jahren verzehnfacht.

Im Jahr 2024 wurden mehr als die Hälfte der 7.555 weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit Terrorismus im Sahelgebiet registriert. Der Trend setzte sich 2025 fort.

Der Sahel erstreckt sich entlang des südlichen Randes der Sahara, vom Atlantischen Ozean bis zum Roten Meer, und umfasst Länder wie Mauretanien, Mali, Niger, Nordnigeria, Tschad und Sudan.

Bewaffnete Gruppen expandieren

Der Anstieg der Gewalt hängt weitgehend mit der wachsenden Präsenz dschihadistischer Gruppen und Veränderungen ihrer Arbeitsweise zusammen. Die meisten Angriffe werden den Islamischen Staat-Anhängern und JNIM, einer mit Al-Qaida verbundenen Gruppe, die in Burkina Faso aktiv ist, zugeschrieben.

JNIM hat seinen Fokus darauf verlagert, Soldaten statt Zivilisten ins Visier zu nehmen, und ihre Operationen in Gebieten wie West- und Südmali ausgeweitet.

Der Terrorismus hat sich in der südlichen Dosso-Region Nigers und nach Nigeria ausgedehnt, während Benin sein bisher tödlichstes Jahr infolge der gewalttätigen Aktivitäten der JNIM erlebte. Inzwischen setzen Terroristen auch Luft- und Drohnenangriffe ein.

Zudem gab es im Jahr 2025 ein Allzeithoch bei Entführungen von Ausländern sowohl in Mali als auch in Niger. Wirtschaftskrieg und seine Folgen sind zu prägenden Merkmalen geworden, militante Aktivitäten haben in und um große Bevölkerungszentren zugenommen.

Regionale Veränderungen

Vor zwanzig Jahren machte der Sahel nur ein Prozent der weltweiten Terrortodesfälle aus. Heute dehnt er sich kontinuierlich Richtung Süden aus. So hat die Ausbreitung der Gewalt inzwischen auch auch die Küste Westafrikas erreicht, insbesondere Benin, das auf Platz 19 im Index aufgestiegen ist.

Globales Bild

Weltweit sanken die Todesfälle im Zusammenhang mit Terrorismus im Jahr 2025 um 28 Prozent auf 5.582, während die Zahl der Angriffe um fast 22 Prozent auf 2.944 sank.

Nur 19 Länder verzeichneten eine Verschlechterung der Zustände, die niedrigste Zahl seit Beginn des Indexes, obwohl mehrere westliche Länder darunter waren.

Pakistan wurde 2025 zum am stärksten betroffenen Land und überholte Burkina Faso.

Joachim Abel

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