ECOWAS, der westafrikanische Regionalblock, hat Besorgnis über die zunehmenden Grenzspannungen zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone geäußert und alle Parteien zu Zurückhaltung aufgefordert. In einer offiziellen Erklärung kündigte ECOWAS die Entsendung einer technischen Bewertungsmission zur Bewertung der Entwicklungen im umstrittenen Yenga-Gebiet an – einem langjährigen Streitpunkt aufgrund historischer territorialer Meinungsverschiedenheiten zwischen Guinea und Sierra Leone.
In der Erklärung hieß außerdem, dass jüngste Entwicklungen entlang der Grenze zwischen Guinea und Liberia die Situation „zusätzlich komplexiert“ hätten, was die Kommission dazu veranlasst habe, den geografischen Anwendungsbereich ihrer Bewertungsmission auszuweiten.
Zuvor hatte Präsident Joseph Boakai Konsultationen mit Mitgliedern der liberianischen Legislative eingeleitet, um eine mögliche Reaktion auf einen Einmarsch guineischer Soldaten im nördlichen Lofa County zu prüfen.
Die liberianische Regierung hat die Bürger dazu aufgerufen, ruhig zu bleiben, während die diplomatischen Verpflichtungen weiterhin zur Bewältigung der sich entwickelnden Situation entlang der Liberia-Guinea-Grenze beitragen.
Guineanische Soldaten zogen Berichten zufolge in liberianisches Gebiet in der Grafschaft Lofa ein, nahmen die liberianische Flagge ab und hissten ihre eigene am Sorlumba-Eingangshafen. Viele Liberianer bezeichneten die Tat als dreiste Verletzung der Souveränität und als beunruhigendes Signal für die zunehmende militärische Durchsetzungskraft der Regierung Guineas.
Die Behörden erklärten, die Regierung arbeite mit guineischen Kollegen und lokalen Beamten zusammen, um eine Eskalation zu verhindern und die Stabilität in den betroffenen Grenzgemeinden aufrechtzuerhalten.
Joachim Abel