Mali – Journalist wegen Kritik an ausländischem Präsidenten festgenommen

Die Militärjunta in Mali verhaftete den prominenten Journalisten Youssouf Sissoko nach dem Cyberkriminalitätsgesetz des Landes, nachdem am 2. Februar ein Artikel in L’Alternance veröffentlicht worden war. Der Artikel stellte Äußerungen des nigerischen Juntaführers, Präsident Abdourahamane Tiani, in Frage, der behauptete, die Präsidenten von Frankreich, Benin und der Elfenbeinküste hätten die extremistischen Gruppen unterstützt, die am 29. Januar den Flughafen von Niamey angegriffen hatten.

Der Journalist wurde vor den Cybercrime-Staatsanwalt gestellt und wegen Verbreitung falscher Informationen, Schaden an der Glaubwürdigkeit des Staates und Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts angeklagt. Der Staatsanwalt ordnete an, dass Sissoko in Untersuchungshaft im Zentralgefängnis von Bamako gehalten wird, bis sein Gerichtstermin am 9. März vor dem spezialisierten Anti-Cyberkriminalitäts-Tribunal stattfindet.

Die Vereinigung der Redakteure der privaten Medien (Association des Editeurs de Presse Privée – ASSEP) veröffentlichte eine offizielle Erklärung, in der sie ihre Solidarität mit Sissoko bekundete. „ASSEP und alle professionellen Medienorganisationen sind den Prinzipien der Meinungs- und Pressefreiheit tief verpflichtet, wie sie in den Bestimmungen der Landesverfassung vom 22. Juli 2023 festgelegt sind.“

IFJ-Generalsekretär Anthony Bellanger sagte, dass die Meinungsfreiheit und insbesondere die Medienfreiheit grundlegende Rechte seien, die stets gewahrt werden sollten. „Es ist die Pflicht eines Journalisten, Äußerungen eines Staatsoberhaupts oder Beamten anzufechten, insbesondere wenn es keine Beweise gibt, die die Vorwürfe stützen. Wir stehen in Solidarität mit unserer Kollegin Sissoko und betonen erneut, dass Journalisten in der Lage sein müssen, ihre beruflichen Aufgaben frei von Einschüchterung und Angst zu erfüllen. Die Militärjunta in Mali hat eine lange Geschichte darin, Journalisten anzugreifen, um sie zum Schweigen zu bringen, und das muss aufhören.“

Die IFJ fordert die Militärjunta in Mali auf, alle Anklagen gegen Sissoko fallen zu lassen und ihn sofort und bedingungslos freizulassen.

PM Internationale Journalistenföderation IFJ-Afrika-Büro Dakar

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