Erstmals war ich zur Weihnachtfeier in der Kathedrale Notre‑Dame‑des‑Victoires oft einfach Kathedrale von Dakar genannt. Sie wurde am 2. Februar 1936 von Kardinal Jean Verdier, dem Erzbischof von Paris, geweiht und bietet Platz für rund 2000 Gläubige.
Aktuell ist André Guèye der Erzbischof der Erzdiözese Dakar, der offiziell die geistliche Leitung innehat und zu besonderen Anlässen wie Weihnachten selbst predigen kann. Ich verstehe noch nicht genug Französisch um der Predigt folgen zu können, jedoch ist ein Weihnachtsgottesdienst in der fast voll besetzten Kathedrale schon an sich ein tolles Erlebnis. Auch lohnt es sich, sich die Krippe (Foto) anzuschauen.
Architektonisch besonders ist die zentrale Kuppel mit etwa 20 Meter im Durchmesser, sie wird von zahlreichen Fenstern beleuchtet, was den Innenraum eindrucksvoll erhellt (Foto).
Zudem lohnt sich nach dem Gottesdienst ein Rundgang in und um die Kathedrale, die architektonisch einzigartig und verschiedene Stile kombiniert: so zum Beispiel Neo-sudanische Türme und byzantinische Kuppeln, ergänzt durch ornamental-afrikanische Elemente. Für den Bau wurden Materialien aus verschiedenen Teilen Afrikas genutzt, z. B. Sandstein aus dem Sudan, Marmor aus Tunesien und Holz aus Gabun.
Die Kathedrale ist nicht nur Zentrum des katholischen Lebens in Dakar, sondern auch ein Symbol für religiöse Toleranz und interkulturellen Dialog in einem überwiegend muslimischen Land. Problemlos kann man sich nach dem Gottesdienst mit dem muslimischen Taxifahrer über den Gottesdienst und den Glauben unterhalten.
Joachim Abel