Flüchtlingsboot vor Senegal gesunken – mehrere Tote

Vor der Küste des Senegal sind beim Untergang eines Flüchtlingsbootes am Freitag mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Wie das Innenministerium des westafrikanischen Landes am Samstag mitteilte, konnte bislang nur ein Überlebender geborgen werden.

Rettungskräfte suchten nach weiteren Bootsinsassen. Wie viele Menschen insgesamt an Bord waren, ist unklar.

Das Boot war am Samstag vor der Küste des Departements Kébémer zwischen Dakar und der nördlichen Stadt Saint-Louis gekentert. Der Gründer der senegalesischen Flüchtlingshilfsorganisation Boza Fii, Saliou Diouf, sagte, das Boot sei bereits am Freitag untergegangen. Noch sei nicht klar, woher die Menschen stammten, doch die geborgenen Opfer seien aus dem Senegal, sagte Diouf.

Zahlreiche Menschen versuchen jedes Jahr, über die gefährliche Atlantikroute aus Westafrika auf die spanischen Kanaren und damit in die EU zu gelangen. Tausende sind in den vergangenen Jahren auf der Route ertrunken.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Spanien irreguläre Migration über die Atlantikroute möglichst schon vor den Küsten Westafrikas stoppen will. Dafür setzt Madrid eigene Polizisten, Patrouillenboote und Flugzeuge im Senegal ein und verstärkt die Sicherheitskooperation mit Mauretanien – während die Ankunftszahlen auf den Kanaren wieder steigen.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sind im Senegal 40 Angehörige der spanischen Nationalpolizei und der Guardia Civil eingesetzt. Ihnen stehen vier Boote zur Verfügung, darunter zwei Patrouillenboote, ein größeres Einsatzboot und ein Schlauchboot.

Hinzu kommen ein Hubschrauber und Geländefahrzeuge. Zeitweise werden außerdem ein Seeüberwachungsflugzeug und ein größeres Hochseeschiff eingesetzt.

Joachim Abel

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://senegalexpress.de/senegalexpress/1736/fluechtlingsboot-vor-senegal-gesunken-mehrere-tote/

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.