Guinea-Bissau: Opfer von Menschenhandel in Guinea-Bissau gestrandet

Dutzende Westafrikaner, die mit Versprechen von Arbeitsplätzen und Migration nach Europa nach Guinea-Bissau gelockt wurden, sagen, sie seien von einem mutmaßlichen Menschenhandelsnetzwerk ausgebeutet worden. Heute können sich viele nicht mehr leisten, nach Hause zurückzukehren.

Sadio Konimba hatte auf eine bessere Zukunft gehofft. Die 26-Jährige hatte ihren Ehemann verloren und blieb allein mit ihrem Kind in Bamako, der Hauptstadt Malis, zurück.

Als ihr ein Bekannter von der Möglichkeit erzählte, Europa über das westafrikanische Land Guinea-Bissau zu erreichen, entschied sie sich, die Reise anzutreten. Sie ließ ihre sechsjährige Tochter vorerst bei Verwandten zurück.

Konimba sagt, sie sei in die Hauptstadt Bissau eingeladen worden, mit dem Versprechen von Arbeit und besseren Chancen, irgendwann nach Europa weiterzureisen.

Man sagte ihr, die Reise von Bamako nach Bissau würde zwischen 100.000 und 125.000 CFA-Francs kosten (etwa 150–190 € oder 170–210 Dollar), die sie bezahlte. Jetzt sitzt sie in Guinea-Bissau fest, denn Geld für die Rückreise hat sie nicht. Aber auch die versprochene Arbeit oder die Weiterreise nach Europa nicht.

Stattdessen bot man ihr eine Arbeit als Prostituierte an, was sie aber ablehnte.

Auch Jane, eine 21-jährige Frau aus Sierra Leone, berichtete, wie sie einem versuchten Vergewaltigungsversuch und anderen Misshandlungen durch ein kriminelles Netzwerk ausgesetzt war. Auch sie wollte man zur Prostitution zu zwingen.

Sadio und Jane gehören zu rund 70 Opfern eines mutmaßlichen Menschenhhändlerrings, der von der Polizei nach einer Operation in Guinea-Bissau am 21. Oktober zerschlagen wurde. Die Intervention folgte auf Beschwerden von Opfern, die Entführungen und Betrug gemeldet hatten.

Mehr als fünf Verdächtige sind festgenommen worden.

Laut Polizei nutzte das Netzwerk eine Tarnfirma, um Menschen mit Versprechen von Arbeitsplätzen und Unterstützung bei der Migration nach Europa anzulocken. Vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden die Opfer gegen ihren Willen in Bissau festgehalten, unter Druck gesetzt und gezwungen, an betrügerischen Pyramidensystemen teilzunehmen. Von ihnen wurde erwartet, dass sie über soziale Medien zusätzliche Teilnehmer für die Programme gewinnen.

Gerettet, aber immer noch weit weg von zu Hause gefangen

Eine Woche nach ihrer Rettung stehen die Opfer vor einem neuen Problem: Vielen fehlen die Mittel, um in ihre Heimatländer in Westafrika zurückzureisen.

Henriqueta Inacio Da Silva

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