Faye stellte die regionale Sicherheitsfrage in New York zugleich in einen größeren Zusammenhang. Die Vielzahl bewaffneter Konflikte und die Ausbreitung des Terrorismus seien Ausdruck einer internationalen Ordnung, deren Institutionen an Vertrauen verloren hätten. Senegal setze deshalb nicht auf eine Abkehr vom Multilateralismus, sondern auf eine stärkere und repräsentativere UN.
Besonders deutlich wurde der Präsident beim UN-Sicherheitsrat. Dessen heutige Zusammensetzung entspreche nicht mehr den internationalen Realitäten. Senegal unterstützt den afrikanischen Ezulwini-Konsens zur Reform des Rates und kündigte zugleich eine eigene Kandidatur für einen nichtständigen Sitz in den Jahren 2032 und 2033 an. Eine Erweiterung dürfe allerdings nicht zu zusätzlicher Handlungsunfähigkeit führen.
Senegal hat außerdem rund 30 Kilometer von Dakar entfernt aus eigenen Mitteln ein gemeinsames UN-Zentrum errichtet, in dem Einrichtungen des UN-Systems in der Region zusammengeführt werden sollen. Faye präsentierte das Projekt als praktischen Beitrag zu einer effizienteren Arbeit der Vereinten Nationen.
Joachim Abel