Nach WM-Aus stellt der senegalesische Fassballverband sich neu auf

Mit großen Hoffnungen kam der Senegal zur WM, schied dann aber bereits im Sechzehntelfinale aus. Schlecht gespielt hatte die Mannschaft dabei nicht. Konnte gegen Frankreich, Norwegen und Belgien sehr lange auf Augenhöhe mithalten. Trotzdem soll sich jetzt vieles ändern, wohl auch auf Druck der Mannschaft. Nach dem Rücktritt von Pape Gueye und Sadio Mane  muss nun als Erstes Trainer Pape Thiaw mit seinem Trainerstab seinen Hut nehmen.

Mittelfeldspieler Pape Gueye hatte zuletzt mit einem Statement bei Instagram für einen Eklat bei den Senegalesen gesorgt. Der 27 Jahre alte Profi vom FC Villarrea war aus Protest gegen Thiaw vorerst aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Gueye postete: „Ich werde noch einmal zurückkommen, um ein paar Worte zu dem Aus zu sagen … aber ich möchte heute schon ankündigen, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause bei der Nationalmannschaft einlegen werde.“

Zehn Tage nach Senegals Aus bei der Fußball-WM hat sich auch Kapitän Kalidou Koulibaly in den sozialen Medien emotional zum unglücklichen Auftreten seines Teams bei diesem Turnier geäußert. Seit dem dramatischen Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Belgien in Seattle seien „die Nächte lang“ gewesen, schrieb der Verteidiger an das senegalesische Volk gerichtet und brachte seine große Enttäuschung zum Ausdruck. Der 35-Jährige zeigte Verständnis für die Kritik aus der Heimat und bedankte sich für die Unterstützung. „Als Kapitän übernehme ich die volle Verantwortung für das Ausscheiden“, erklärte er. Alle würden ihren Teil der Verantwortung dafür tragen. Er könne allerdings nicht ruhig bleiben, „wenn Männer, die immer mit vollem Stolz Senegal repräsentiert haben, in ihrer Ehre angegriffen werden“.

Senegals Auftritt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko wurde von diversen Unruhen begleitet. Zunächst war die Vertragssituation von Trainer Pape Thiaw ungeklärt. Zudem hatte es zu WM-Beginn Medienberichte gegeben, wonach einige Profis noch auf ausstehende Prämien des Verbands warten würden und sich zudem über die Ausstattung des Quartiers in New Jersey beschwert hätten. Thiaw hatte gewisse Unstimmigkeiten bestätigt.

„Die senegalesische Fußballföderation (FSF) informiert die Öffentlichkeit am Samstag darüber, dass im Anschluss an die Sitzung des Exekutivkomitees am Samstag, den 11. Juli 2026, beschlossen wurde, das Verfahren zur Beendigung der Tätigkeit des Nationaltrainers Pape Thiaw sowie seines gesamten Trainerstabs einzuleiten“, heißt es sachlich in einer Verbandsmitteilung.

Als Grund wurde aber nicht nur das frühe WM-Aus (2:3 gegen Belgien nach Verlängerung) angeführt, man sieht auch die Zukunft des senegalesischen Fußballs gefährdet. „Nach einer eingehenden Bewertung der sportlichen Ergebnisse und der Perspektiven der Nationalmannschaft kam das Exekutivkomitee zu dem Schluss, dass die Einleitung dieses Verfahrens im übergeordneten Interesse des senegalesischen Fußballs notwendig ist.“  „Darüber hinaus hat das Exekutivkomitee den Präsidenten beauftragt, alle notwendigen Maßnahmen für eine umfassende Neuorganisation sämtlicher Nationalmannschaften zu ergreifen.“

Damit endet die Ära des 45-jährigen Thiaw, der seit Dezember 2024 im Amt war und den Senegal um Ex-Bayern-Stürmer Sadio Mané zwischenzeitlich gar zum Afrika-Meister gemacht hatte. Der Titel wurde den Westafrikanern nach den chaotischen Ereignissen im Finale gegen Marokko am Grünen Tisch aber wieder aberkannt. Ein Verfahren bei der CAF, dem internationalen Sportgericht, wird es erst nach Ende der WM geben.

Patrick Vieira neuer Trainer?

Der 50-Jährige französische Welt- und Europameister Patrick Vieira arbeitete als Trainer bislang aber nur auf Klubebene (New York City FC, OGC Nizza, Crystal Palace, Racing Straßburg und zuletzt FC Genua), er soll aber der Wunschtrainer des Verbandes sein und die Mannschaft mit neuen, jungen Spielern neu aufstellen.

Joachim Abel

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