Afrika: Experten warnen, dass die Plastikkrise über die Ozeane hinaus reicht

Plastikverschmutzung ist eine der größten Umweltbedrohungen für die Ozeane und Ökosysteme der Welt, und Experten warnen, dass die Lösungen weit über die Aufräummaßnahmen hinausgehen und sich stattdessen darauf konzentrieren müssen, Abfall an der Quelle zu verhindern. Schätzungsweise 14 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in marine Ökosysteme, wobei Wildtiere tödliche Verletzungen erleiden, Küsten geschädigt werden und die Widerstandsfähigkeit der Ozeane beeinträchtigt wird.

Plastik ist zu einem globalen Schadstoff geworden, dessen Auswirkungen schwer zu mildern oder zu beseitigen sind. Während größere Kunststoffe wie Flaschen, Tüten und Verpackungen die offensichtlichsten Abfälle sind, verlagert sich der Fokus nun auf eine verborgenere Gefahr: Mikroplastik. Diese winzigen Partikel finden sich heute in Wasser, Nahrung, Boden und Luft. Sie verdeutlichen das Ausmaß einer Krise, die von dem, was wir leicht sehen können, bis zu dem, was wir kaum wahrnehmen können, reicht.

Als sich die Staats- und Regierungschefs der Welt in Mombasa zur 11. Our Ocean Conference versammelten, wurde das Ausmaß der Krise, der sie sich stellten, in die Zahlen geschrieben. Die Plastikverschmutzung ist zu einer grenzenlosen Krise geworden, bei der jährlich Millionen Tonnen in die Ozeane gelangen und sich von den tiefsten Meeren bis zu den entlegensten Ökosystemen ausbreiten. Jedes Jahr produziert die Welt mehr als 430 Millionen Tonnen Plastik, von denen rund 11 Millionen Tonnen in die Ozeane gelangen, und trotz nationaler Maßnahmen steigt die Verschmutzung weiterhin an.

Plastikverschmutzung macht über 80 % der gesamten Meeresverschmutzung aus. Der Plastik verfängt sich in Korallenriffen und schädigt nicht nur so den Tourismus. Korallenriffe locken jährlich 70 Millionen Touristen an und generieren rund 36 Milliarden Dollar an Einnahmen generieren.

Neben Umwelt- und wirtschaftlichen Auswirkungen schädigt das Mikroplastik auch die auch die menschliche Gesundheit. Jeder von uns nimmt wöchentlich das Äquivalent einer Kreditkarte mit Mikroplastik aufnimmt oder atmet es ein.“

Die Bekämpfung von Meeresmüll erfordert mehr als nur das Reinigen des Ozeans. Es erfordert ein integriertes Management von der Quelle bis zum Meer. Die Republik Senegal hat das eigentlich früh erkannt und zum Beispiel ein Verbot von Plastiktüten erlassen. Dieses wurde aber bis heute nicht umgesetzt. Dabei ist dies so einfach, da der Großteil des Plastiks eingeführt wird. Ein Verbot also sehr gut kontrolliert werden kann. Aber immer noch wird jede Banane, jeder Orange in Plastik eingepackt. Unsinnig!

Joachim Abel

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